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PCK Raffinerie Schwedt

Schwedt, Deutschland
Kunstlicht, Tageslicht & Lichtsteuerung

Bauherr:
PCK Raffinerie Schedt
Generalplaner:
Obermeyer Planen & Beraten
Bilder:
Oliver Voigt & Lichtvision
2016

Die Ölraffinerie “PCK” in Schwedt hat ihre Messwarte modernisiert und dafür ein etwa 1000 qm großes Gebäude erstellen lassen. Dieses Gebäude ist ein fensterloser Bunker gegen Feuer und Explosionen geschützt. Hier arbeiten 6 Teams rund um die Uhr in 3 Schichten. Die Trennwände zwischen den Teams sind als transparente Glaswände ausgeführt. So kann man von jeder Stelle aus die gesamte Messwarte überblicken. Die Außenwände als raumbegrenzenden Flächen wurden umlaufend mit Wandflutern beleuchtet.

Jeder der 26 Arbeitsplätze wird über 2 Pendelleuchten ausgeleuchtet die sich zwischen den Arbeitsplätzen befinden. Die Arbeitsfläche wird Jeweils von rechts und links  beleuchtet. An jedem Arbeitsplatz kann der Direktanteil individuell eingestellt werden. Der indirekte Anteil der Leuchten wird team weise gesteuert. Hierfür ist die Pendelleuchte in 3 DALI-Gruppen aufgeteilt: Der direkte Anteil für den Rechten und den linken Arbeitsplatz sowie den Indirektanteil. Die Leuchten sind mit DALI-Treibern bestückt. Die Beleuchtung wird zentral über einen KNX-Backbone gesteuert. Die Farbtemperatur des Direktanteils beträgt 3000°K der des Indirektanteils 4000°K.

Der Auftraggeber hat keinen Aufwand gescheut, um eine bunkerähnliche Atmosphäre zu vermeiden. Zwei Raumelemente wurden hierfür entwickelt: Das Digitale Fenster und ein virtueller Himmel.

Am Ende von Sichtachsen wurden auf die Wände große Bildschirme (hochkant) montiert, auf denen jeweils ein Live Stream einer Webcam wiedergegeben wird. Die Mitarbeiter können so beobachten, was in der jeweiligen Blickrichtung im Außenraum passiert.

 

Der erdnussförmige zentrale Bereich der Messwarte wird komplett von einer Lichtdecke mit einer Größe von ca. 110 qm bedeckt. Diese ist bestückt mit LED-RGB Kacheln. Jedes Pixel einer Kachel ist einzeln adressierbar. Die LED-Pixel haben einen Abstand von 6,25 cm. Damit lassen sich sehr gut dynamische Änderungen der Wetterzustände realisieren: vorüberziehende Wolken, Dämmerung, Nacht. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut wurden Vorgaben für die Lichtszenenabläufe (Wetterverläufe) entwickelt. Die Bandbreite wurde definiert, in der sich zu den unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten die Helligkeit und Farbtemperatur bewegt, während sich der Anblick des künstlichen Himmel ununterbrochen stetig ändert. Die Wetterzustände werden über einen parametrisierten digitalen Himmel von einem Videoserver in Echtzeit erzeugt.

Mehr emotionale Momente ermöglicht die Overlay-Funktion des leistungsstarken Servers. In unregelmäßigen Abständen sind kleine Ereignisse am Himmel zu sehen wie Kondensstreifen von vorbeifliegenden Passagierflugzeugen, ein Heißluftballon, oder Vögel. Für besondere Gelegenheiten kann das Logo des Konzerns herangeflogen kommen; zu Geburtstagen steigen Luftballons in den Himmel auf.

Durch diese Elemente leistet die Beleuchtung einen wichtigen Beitrag zu einer angenehmen Aufenthaltsqualität.